Kodex SdZ-Connect

I. Beschreibung:

 

Die Arbeit in den Regional- und Interessengruppen findet innerhalb eines Rahmens statt, welcher in diesem Kodex von SdZ beschrieben ist und von allen Mitgliedern der Interessen- und Regionalgruppen beachtet und getragen wird.

 

Dieses Rahmen soll dazu dienen, die Arbeit in den Interessen- und Regionalgruppen mit grösstmöglicher Autonomie gestalten zu können, ohne dabei Gefahr zu laufen, dass sie beliebig, intentions- oder ergebnislos verläuft.

 

Menschen treffen sich in Regionalgruppen, weil sie geografisch nahe beieinander leben und aus dem Motiv heraus, gemeinsam aktiv zu werden, um an den Schulen in ihrer Region in Richtung einer Kultur der Potentialentfaltung etwas zu bewirken. Welches die konkreten gemeinsamen Intentionen sind, bestimmen die Regionalgruppen selber.

 

Menschen treffen sich in Interessengruppen, weil sie eine Thematik verbindet, bei der sie gemeinsam aktiv werden wollen, um an Schulen in Richtung einer Kultur der Potentialentfaltung etwas zu bewirken. Welches die konkreten Zielsetzungen und Umsetzungsschritte sind, bestimmen die Interessengruppen selber.

 

Folgende drei Kriterien zeichnen Regional- und Interessengruppen von Schulen der Zukunft aus. Sie sind…

 

  • Gemeinschaften, in denen Menschen sich von Subjekt zu Subjekt begegnen und unterschiedliche Ideen bereichernd statt konkurrenzierend wirken.
  • Verbindung von Menschen, die sich gemeinsam an Grenzen wagen, wo wirkliche Veränderung für Potenzialentfaltung an Schulen geschehen kann. An diesen Grenzen unterstützen sich die Mitglieder, mutige Schritte zu wagen.
  • Gemeinschaften, wo sich Begeisterung mit Arbeitslust und Produktivität verbindet.

 

Die Mitglieder von Regional- und Interessegruppen sollen gemeinsam laufend überprüfen, ob die Gruppe in ihrer Arbeit diese Kriterien noch verfolgt.

 

Die Arbeit in den Regional- und Interessengruppen…

  1. fördert die Potenzialentfaltung jedes einzelnen Mitglieds
  2. fördert die Potenzialentfaltung der ganzen Gruppe
  3. kümmert sich um Potenzialentfaltung an Schulen

 

Diese Prämissen schließen explizit aus:

  • andere als Objekte eigener Interessen oder Bewertungen zu behandeln und ihre persönlichen Absichten über diejenigen der Gruppe zu stellen;
  • die Regional- oder Interessengruppe als Sprungbrett für eigenes Business oder eigenen Angebote zu benutzen;
  • durch Expertentum und Dominanz anderen den Raum zu nehmen, sich mit eigenen Ideen einzubringen.

 

Die KoordinatorInnen der Regional- und Interessengruppen sorgen gemeinsam mit allen Gruppenmitgliedern dafür, dass sich die Gruppenmitglieder an diese Prämissen halten. Der Wunsch nach Mitwirkung und Unterstützung bei der Transformation der gegenwärtig vorherrschenden Lern- und Beziehungskultur an unseren Schulen ist das primäre Motiv ihrer Mitwirkung bei SdZ. Die Frage nach den persönlichen Vorteilen, die sich daraus ergeben, ist dieser primären Intention nachgeordnet.

 

II. KoordinatorInnen von Interessen- und Regionalgruppen

 

1. die Gruppenmitglieder sich als Subjekte begegnen;
2. mutige Schritte in Richtung einer Potenzialentfaltungskultur an Schulen angegangen und
3. produktive Ergebnisse erzielt werden können.

 

Die Gruppen bestimmen selber, wen aus ihrem Kreis sie als geeignet erachten, die Aufgaben als KoordinatorIn und »Frameholder« zu übernehmen. Die Aufteilung der Aufgaben auf zwei Personen ist denkbar und wünschenswert.

 

Die Interessen- und RegionalgruppenkoordinatorInnen und Frameholder werden durch  Mentoren von SdZ unterstützt.  Diese Mentoren sind nicht Mitglieder der jeweiligen Interessen- oder Regionalgruppe.

 

SdZ bietet Interessen- und RegionalgruppenkoordinatorInnen und Frameholder regelmässige Treffen für einen Erfahrungsaustausch an.

 

III. Arbeitsweise in den Regional- und Interessengruppen

Die Arbeit in den Regional- und Interessengruppen von Schulen der Zukunft bezweckt, dass Ideen für Potenzialentfaltungsprojekte an Schulen entstehen können, die mehr sind als die Ideen der einzelnen Gruppenmitglieder. Weder werden Mehrheiten für Ideen gesucht, die sich gegen Minderheiten durchsetzen, noch sollen aus «bunten Farben» ein Einheitsgrau von Kompromissen entstehen. Es sind deshalb für gemeinsame Intentionen der Gruppe nicht schnelle Lösungen, Rezepte oder Methoden von Einzelnen gefragt, sondern ein Vertiefungsprozess der ganzen Gruppe zu Ihrem gemeinsamen Thema. Dies lässt sich folgendermaßen darstellen:

 

1. Inspirieren

Durch Veranstaltungen, Bücher, Texte, Umsetzungsideen an Schulen, Treffen, persönliche Kontakte, die Website von SdZ oder Facebookseiten und –gruppen versucht SdZ Menschen für Potentialentfaltung an Schulen zu begeistern und sie so für das aktive Mitgestalten von Interessen- oder Regionalgruppen einzuladen. Menschen, die sich für eine Interessen- oder Regionalgruppe interessieren, können sich auf der Website www.schulen-der-zukunft.org/sdz-connect/ per Onlineformular anmelden. Sie erhalten einen Zugang für den internen Bereich ihrer Gruppe und können sich und ihre Motivation in einem »Gästebuch« vorstellen.

 

2. Kommunizieren

Wenn es geglückt ist, Menschen in Gruppen zusammenzuführen, organisieren sie sich grundsätzlich selber. Sie können Treffen vereinbaren, bei denen sie sich physisch treffen. Für die virtuelle Kommunikation stehen eine Datenbank von SdZ-Connect sowie eine Facebookgruppe zur Verfügung, über welche Gruppenmitglieder miteinander kommunizieren können.

 

Wenn eine Interessen- oder einen Regionalgruppe startet, kann dies in folgenden Schritte geschehen:

 

  • Die InteressentInnen stellen sich im Gästebuch der Gruppe vor
  • Sie vereinbaren ein Treffen und bestimmen dort (oder wenn kein Treffen stattfindet mittels Kommunikation mit dem Datenbanktool), wen sie als KoordinatorIn und RahmenhalterIn für ihre Gruppe am geeignetsten halten.
  • Jedes Gruppenmitglied formuliert für sich alleine, welche Vorstellungen, welche Träume es für die Mitarbeit in der Gruppe hat. Die Gruppe versucht eine gemeinsame Intention der Gruppe zu erzielen.
  • Im Verlauf der Arbeit in der Gruppe achten die Mitglieder und insbesondere die »Rahmenhalter« auf die Art und Weise der Kommunikation (Subjekt-Subjekt-Beziehung, Kodex SdZ). SdZ stellt den Regional- und Interessengruppen ein Kartenset zur Verfügung, das die Gruppe dabei unterstützt, den Kodex von SdZ zu leben.
  • Die gemeinsame Gruppenintention wird auf der Website von SdZ-Connect publiziert, so dass neue Mitglieder wissen, was die Absicht der aktuellen Gruppe ist und sie abschätzen können, ob sie sich zum jetzigen Zeitpunkt gerne in die Gruppenaktivität einbringen möchten.

 

3. Produzieren

Wir gehen davon aus, dass die gemeinsame Intention der Gruppenmitglieder, so wie die Qualität der Beziehungskultur in der Gemeinschaft dazu führt, dass Forschungs-, Umsetzungs- und Gestaltungsideen entstehen. Welche dies sind, kann niemand im Voraus sagen, es wird sich im Verlauf der gemeinsamen Tätigkeiten zeigen. In dieser Phase der Gruppenarbeit ist es wichtig, dass die Gruppe konkrete Arbeitsschritte aufteilt, plant, terminiert und darauf achtet, dass die Vereinbarungen eingehalten werden und wenn dies einem Mitglied nicht möglich ist, es die anderen zumindest darüber informiert. Allen Gruppen stehen vorbereitete Dropboxordner und Facebookgruppen für die Erarbeitung der Arbeitsschritte als gemeinsame Arbeitsplattformen zur Verfügung. Den Zugang erhalten Gruppenmitglieder beim Gruppeneintritt von der Gruppenkoordinatorin.

 

4. Archivieren

Jede Gruppe verfügt auch über einen öffentlich zugänglichen Dropboxordner mit dem die Erzeugnisse und Ergebnisse einer Gruppe publik gemacht werden können. Ebenso steht die Website von SdZ dafür zur Verfügung. Auf der Facebookgruppe kann dann auf diese Dokumente aufmerksam gemacht werden.

 

5. Präsentieren

Die Gruppe kann sich nun überlegen, in welcher Form sie ihre Arbeit vorstellen möchte, wo sie am wirksamsten für ihr Anliegen werden könnte. Kann die Präsentation an einer kostenpflichtigen Veranstaltung von SdZ gezeigt werden, erhält die Gruppe dafür einen Geldbetrag. Diesen kann sie zum Feiern und Sich-Freuen über die tollen Ergebnisse oder für neue Projekte der Gruppe eingesetzt werden. Am besten für beides.

 

Die Interessen- und Regionalgruppen sind weder Therapiegruppen, noch Plattformen, um sich gemeinsam über Missstände an Schulen zu beklagen. Es sind achtsame und powervolle Gemeinschaften, in denen substanzielle Arbeit in Richtung einer Potenzialentfaltungskultur an Schulen geleistet wird. Gelingt es einer Gruppe deshalb über den Verlauf eines Jahres nicht über die Stufe 2 hinaus zu gelangen, muss nach den Gründen dafür gesucht und über die Weiterführung als Gruppe im Rahmen von SdZ nachgedacht werden.

 

Galgenen, 4.6.2016

 

Daniel Hunziker

Co-Leiter SdZ

Prof. Dr. Gerald Hüther   

Co-Leiter SdZ

Marc Sacchetti

Koordinator Regionalgruppen SdZ


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