SoWoLL-Schule

Portrait

Die SoWoLL – Initiative für Soziales, Wohlbefinden und Lebenslanges Lernen - ist eine junge, private Schulinitiaive für Grund- und MittelschülerInnen (1. Bis 8. Klasse).

Die Schule wurde im Februar 2011 von Eltern gegründet, die für ihre Kinder nach einer Alternative zu den gängigen Schulsystemen in Brixen suchten. Dies geschah, nachdem es zu unüberwindlichen Schwierigkeiten mit dem Vorstand der dortigen Waldorfschule gekommen war. Alle 13 Kinder, mit denen die SoWoLL startete, besuchten zuvor die Waldorfschule. Die Eltern wünschten sich eine andere Schule, eine Schule, an der ihre Kinder mit Freude lernen und auch Eltern und Lehrer sich wohlfühlen können sollten. Sie engagierten zunächst zwei Lehrer, die die Waldorfschule mit ihnen verlassen und ihr Vertrauen hatten.

In Italien gibt es keine Schul- sondern nur eine Unterrichtspflicht. Das heißt, dass Eltern ihre Kinder von der öffentlichen Schule freistellen lassen und selbst für deren Unterrichtung sorgen können.

Die Lehrer erstellten in Zusammenarbeit mit der Universität Bozen und einigen Eltern neben dem bereits laufenden Unterricht ein erstes  Konzept, das sich an der Praxis beweisen und korrigieren sollte.

 

Inzwischen existiert die Schule im dritten Jahr. 

Die ersten Schüler haben die staatlich abgenommene Mittelschulprüfung, die in Italien jeder Schüler ablegen muss, bevor er eine weiterführende Oberschule besuchen kann, bestanden.

Einige Quereinsteiger sind dazugekommen. Das sind bisher vor allem Schülerinnen und Schüler, die erhebliche Schwierigkeiten an anderen Schulen hatten, also Schulversager und Schulverweigerer, darunter Kinder aus dem Südtiroler Kinderdorf. All diese Kinder haben sich an der SoWoLL positiv entwickelt und zu Lebensmut und Lebensfreude zurückgefunden.

Das Südtiroler Kinderdorf ist eine private soziale Einrichtung für Kinder, deren Eltern nicht in der Lage sind ihrem Erziehungsauftrag gerecht zu werden. Die Schule SoWoLL hat dort zum Schuljahr 2011/12 kostengünstig ein Schulgebäude zur Verfügung gestellt bekommen.

 

Die SoWoLL zeichnet sich vor allem durch ihren künstlerisch- handwerklichen Schwerpunkt aus. Das heißt, es findet täglich künstlerisch-handwerklicher Unterricht in Form von konditionierter Freiarbeit statt.

Ein ausgeprägter Naturbezug und das Verarbeiten und Gestalten von Natur- und Recyclingmaterial haben einen hohen Stellenwert und vermitteln und stärken primäre Lebenserfahrungen.

Zur Schule gehört ein Schulgarten, in dem mit den Kindern Gemüse zur Weiterverarbeitung in der Schulküche angebaut wird.

Daneben liegt ein weiterer Schwerpunkt auf Theater- und Zirkusprojekten, die ihren Abschluss und Höhepunkt in öffentlichen Aufführungen finden.

Gegenseitige Wertschätzung bei unterschiedlichsten Begabungen und Voraussetzungen, sowie die Möglichkeit zur Potenzialentfaltung des Einzelnen prägen das Zusammenleben der Schulgemeinschaft, in der

Eltern, Erzieher, Lehrer und Schüler demokratisch zusammen arbeiten.

 

Die Kinder werden in 3 kleinen, jahrgangsübergreifenden Lerngruppen unterrichtet: 1. – 4. Klasse, 5. und 6. Klasse, 7. und 8. Klasse. Für jede Lerngruppe ist ein Klassenlehrer zuständig, der den Kindern als Ansprechpartner während des ganzen Schultags zur Verfügung steht.

Nach einem gemeinsamen Morgenkreis, in dem zur Einstimmung in den Tag gesungen, vorgelesen, rezitiert und über alles Wichtige gesprochen wird, bearbeiten die Kinder in ihrer jeweiligen Lerngruppe ein meist fächerübergreifendes Projektthema. Die Themen für die verschiedenen altersabhängigen ca. 3 - wöchigen Projekte werden zu Beginn des Schuljahres vom Klassenlehrer bekannt gegeben und den Kindern erläutert. Zu jedem Projektthema führen die Kinder eine Portfoliomappe.

Dann folgt der künstlerisch-praktische Teil: Handarbeiten, Werken, Malen, Zeichnen, Schreiben. Die Lerngruppen lösen sich auf und die Kinder wählen weitgehend frei Thema, Betreuer, Arbeitsplatz und Arbeitsform. Groß und Klein mischen sich, regen sich gegenseitig an und helfen sich.

Den Abschluss des Vormittags bildet eine Stunde Deutsch oder Mathematik in der Lerngruppe.

Der von Muttersprachlern erteilte Sprachenunterricht in Italienisch und Englisch beginnt in der ersten Klasse und findet parallel zum praktischen Unterricht statt. Hier sind die Kinder in 3 Leistungsgruppen eingeteilt, in die sie sich selbst mit Hilfe der Lehrer einordnen.

Die Italienischlehrerin, die eine Ausbildung als Zirkuspädagogin hat, übernimmt 2x pro Woche ein halbstündiges Trainingsprogramm – ebenfalls auf Italienisch. 2x in der Woche findet zusätzlich Nachmittagsunterricht statt.

An einem der Tage bereiten einige SchülerInnen in Zusammenarbeit mit einem Lehrer ein Mittagessen für die ganze Schulgemeinschaft. Anschließend finden Theaterproben statt, wird an den Portfoliomappen oder im Garten gearbeitet. Der Tag endet mit einem gemeinsamen Abschlusskreis, in dem fertig gestellte Werke vorgestellt, gemeinsam betrachtet und bewundert werden. Auch Referate finden hier ihren Platz.

Am zweiten Nachmittag findet der Sportunterricht in zwei Altersgruppen statt, während die jeweils andere Gruppe an den Projektthemen arbeitet.

 

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SchülerInnen, Eltern und Lehrpersonen über die SoWoLL-Schule

SchülerInnen:

 

»An dieser Schule gefällt mir am besten, dass wir keine Noten bekommen und dass wir fast keine Tests schreiben. Ich bin auch froh an dieser Schule zu sein, weil die Talente der Schüler gefördert werden. Wir machen auch sehr viel Handwerkliches, was mir auch sehr gefällt. Im Unterricht kann man sich auch ohne weiteres äußern.«  (Verena 8. Kl.)

 

»Früher wurde ich immer für alles benotet, und damit ich versetzt wurde, hatte ich immer einen wahnsinnigen Stress. Aber jetzt in der SoWoLL ist es fast wie in einer großen Familie. Ich finde es auch super, dass man keine Tests schreibt und LZK`s hat. Wir können viel lachen und im Unterricht sprechen.«  (Mirea, 8. Kl.)

 

»In dieser Schule gefällt mir besonders das Handwerken und auch, dass wir im Unterricht reden dürfen« (Aaron, 8. Kl.)

 

»In dieser Schule finde ich mich gut! Hier spielen wir Theater und schreiben nicht nur ständig Tests wie an meiner alten Schule. Hier ist alles schöner!« (Matteo, 6. Kl.)

 

»Mir gefällt besonders, dass wir hier viel werken und der Großteil der Lehrer lieb und nett ist. Hier lernt man viel für das Erwachsenenleben und wird gut darauf vorbereitet.« (Leander, 6. Kl.)

 

»Mir gefällt an der SoWoLL besonders der Werk- und der Handarbeitsunterricht, aber auch Sport und das Zirkustraining. Wenn ich etwas ändern dürfte, würde ich den Nachmittagsunterricht von Mittwoch auf Donnerstag verlegen, weil ich dann auch daran teilnehmen könnte. Außerdem hätte ich gerne Noten im Zeugnis.« (Johanna, 6. Kl.)

 

»Die SoWoLL gefällt mir, weil wir viel Kunst und Handarbeiten machen. Wir arbeiten eher langsam, aber dafür gründlich. Ich habe alle Fächer, wo ich etwas Richtiges tun kann, gerne, aber auch die Dienste: Kochen, Fegen, Werkstatt Aufräumen, Klo Putzen usw.« (Hannah, 6. Kl.)

 

»Die SoWoLL ist eine Schule, wo man, wenn man mal etwas nicht versteht, alles ausführlich erklärt bekommt. Die Lehrer sind sehr nett und sehr lustig. Aber das Beste ist, dass man hier nicht nur das Übliche lernt, sondern auch, wie man mit Holz und Stoff umgeht und wie man sein Gemüse im Garten anbaut.« (David, 6. Kl.)

 

 

Eltern:

 

»Unsere Tochter hat von der Regelschule in die SoWoll gewechselt, jetzt lernt sie ihre Stärken spüren, sich selbst einschätzen und sich Neues zuzutrauen. Eine wunderbare Erfahrung für sie.« (Kind in der 8. Kl.)

 

»Für mich ist primär wichtig, dass unsere Kinder gerne in die Schule gehen und meist in guter Laune und voller Stolz wieder nach Hause zurückkehren.

Die kleinen Lerngruppen, welche ermöglichen, dass auf jedes einzelne Kind eingegangen werden kann, empfinde ich als sehr wertvoll für Körper, Geist und Seele jedes einzelnen Kindes.

Die ganze Gruppendynamik der drei Lerngruppen 1.- 8. Klasse bietet Gross und Klein die Gelegenheit sich in Rücksichtnahme, dem Miteinander und der Rolle des Vorbilds zu üben.

Es ist eine Schule, die nicht nur den Intellekt wachsen und gedeihen lässt, sondern auch das Gefühl, die Kreativität und den Umgang im alltäglichen Leben mit all seinen Aufgaben.

Für mich ist diese Schule grandios. Das Beste das wir unseren Kindern geben können.« (Kinder in der 2., 4. u. 6. Kl.)

 

»Stärken: unkompliziertes und schnelles Vorgehen möglich, wenn Gesprächsbedarf herrscht, Mitspracherecht, Mitgestaltungsmöglichkeiten, Vielfalt des Fächerangebots, durch die "Kleinheit" der Schule können spontane Unternehmungen stattfinden (Theaterbesuch, Schulausflug…), dem Kind wird seinem Wesen entsprechend individuell begegnet.« (Kind in der 8. Kl.)

 

»Die SoWoLL ist für unser Kind und uns Eltern ein lebendiger und

lebensnaher Lernort. Wir „geben“ unser Kind nicht am Eingang der Schule ab

und überlassen es Lehrenden und Verwaltern, sondern wir tragen mit

Verantwortung für das Lernumfeld in seiner Gesamtheit. Dies alles ist

möglich, weil wir eine kleine Gemeinschaft sind. Gegenseitiges Vertrauen

und Respekt sind für uns spürbar und geben uns Sicherheit.

Vor allem schätzen wir den Rhythmus, den unser Kind dort erfährt – keine

Schulglocke gibt den „Ton“ für das nächste Unterrichtsfach an.

Dieses rhythmische Arbeiten, angepasst an den Bedürfnissen der Gruppe,

manchmal sogar des Einzelnen (wir denken an die Möglichkeit, dass sich ein

Kind auch mal eine Auszeit nehmen und ins „Freie“ gehen kann), wirkt sich

positiv auf das Lernen und auf die Gesundheit aus. So haben wir gesehen,

dass es wenig Krankheitsausfälle gab, weder bei den Kindern noch bei den

Lehrern. Die Kinder singen, spielen Theater, arbeiten handwerklich und

künstlerisch mit verschiedenen Materialien aus der Natur, sie kochen

selbst ihr Essen... - ihre ganzen Sinne werden angesprochen. Diese

Vielfalt ist es, die uns und unser Kind begeistert.« (Kind  in der 6. Kl.)


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Gästebuch der SoWoLL - Schule

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