Grundacherschule Sarnen

Portrait

Jedes Kind ist anders, jedes Kind hat besondere Fähigkeiten und Begabungen, jedes Kind hat sein eigenes Tempo und seinen eigenen inneren Entwicklungsplan. An der GrundacherSchule dürfen die 4-12-jährigen Kinder frei, ihren Fähigkeiten entsprechend und in ihrem Tempo lernen.

Die GrundacherSchule ist eine Ressourcen-Schule. Die Stärken jedes einzelnen Kindes stehen im Vordergrund. Die Kinder dürfen zu einem grossen Teil selber entscheiden, wann sie an welchen Themen arbeiten. Einige Kinder brauchen mehr Strukturen, andere können ganz frei und von innen heraus aus dem Vollen schöpfen. Die GrundacherSchule hat sich zum Ziel gesetzt, jedes Kind in seiner ganz persönlichen Entwicklung individuell zu begleiten.

An der GrundacherSchule wird nicht nach einer bestimmten Philosophie oder pädagogischen Ausrichtung gearbeitet. Vielmehr versuchen die Lehrpersonen jedes einzelne Kind in seiner ganz individuellen Persönlichkeit wahrzunehmen, es in seinen Fähigkeiten zu unterstützen und ihm seinen Freiraum zu lassen. Es soll die Dinge selber entdecken und seinen eigenen Interessen nachgehen können. Wo es Hilfe oder Anleitung braucht, bekommt es diese, wo es frei und selbständig tätig sein kann, wird ihm Freiraum gelassen.

Die zwei altersgemischten Klassen beinhalten je vier Jahrgänge. Die GrundacherSchule sieht die Heterogenität als grossen Vorteil an. Was will man denn voneinander lernen wenn alle das Gleiche tun oder auf einem ähnlichen Niveau sind? Viele verschiedene Tätigkeiten, in vielen verschiedenen Themengebieten regen die Kinder untereinander an. Hilfestellungen entstehen so ganz natürlich in Gesprächen, beim Zuschauen oder auch beim konkreten Nachfragen.

Immer wieder werden aber auch übergeordnete Themen von den Lehrpersonen eingebracht und gemeinsam im Anfangskreis bearbeitet und diskutiert. Da die Kinder viele Entscheidungen selbständig treffen müssen, schätzen sie es sehr, wenn sie mal ein Thema vermittelt bekommen und vorgegebene Aufträge ausführen können.

In der vorbereiteten Umgebung können sich die Kinder frei bewegen. Es ist alles da und so aufbereitet, dass sich die Kinder den Primarschulstoff selbständig erarbeiten können. Anhand von Kompetenzrastern machen sich die Kinder ein Bild von dem, was es alles zu lernen und entdecken gibt. Zusammen mit den Lehrpersonen stecken sie sich Ziele, besprechen welche Lernschritte anstehen oder welche Projekte verwirklicht werden wollen. Einige der

grösseren Kinder planen ihre Wochen, andere funktionieren besser wenn sie spontan entscheiden und auf ihre Tagesform achten können.

Das Lernen und die Fortschritte der Kinder werden gut dokumentiert und jedes Kind wird nur an sich selber gemessen. Je heterogener die Gruppe, umso weniger Konkurrenzdruck entsteht. Die Kinder lernen so auf ihre eigenen Fähigkeiten, Interessen, Stärken und Schwächen zu achten, ohne dass sie dauernd auf Lob, Tadel oder gar Noten angewiesen sind um eine Leistung zu erbringen. Die Motivation soll möglichst von innen entstehen und nicht von aussen.

Da die Kinder an drei Tagen in der Woche von 8.00 - 18.00 Uhr in der Schule verweilen können, haben sie auch viel Zeit und Raum mit Kindern allen Alters soziale Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu pflegen. Sie können zusammen im naturnahen Garten oder im Haus verweilen.

Den musischen Tätigkeiten, insbesondere dem gemeinsamen Musizieren und der Kreativität wird grossen Wert beigemessen. Das handelnde und erlebende Lernen steht im Vordergrund, denn was Kinder greifen können, können sie auch begreifen. Die schuleigenen Hühner und Mäuse und der Blumen- und Gemüsegarten ermöglichen den Kindern auch den Zugang zur Tier- und Pflanzenwelt.

Unsere Welt braucht kreative, soziale, selbst- und verantwortungsbewusste Menschen, die sich vielfältig ausdrücken können, kreative Lösungen finden und ihre eigenen Stärken, Schwächen und Interessen kennen. Menschen die sich selber motivieren und anderen Hilfestellungen leisten können, aber auch für ihre eigenen Interessen einstehen und freudig all ihre Ressourcen in die Gesellschaft einbringen wollen.

Das kindliche Lernen mit Freude und Lust soll an der GrundacherSchule erhalten bleiben.

 

 

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SchülerInnen, Eltern und Lehrpersonen über die Grundacherschule

»Ich geh jetzt seit drei Jahren in die GrundacherSchule. Die GrundacherSchule hat mir gezeigt wie man Spass am lernen haben kann. Am Anfang war es schwierig, plötzlich bist du selbstständig, kannst selber deine Woche planen, du kannst in deinem Tempo arbeiten. Jeden Montag morgen planen wir unsere Woche selber, wir haben eine Leinwand wo die Sachen drauf stehen was wir zusammen machen wie z.B. Singen, English, Lernrunden... Da wir selber arbeiten und selber für das Lernen verantwortlich sind, werden wir auch selbstständig. Die Lehrer sind immer da, sie unterstützen uns sehr. Wir sind 16 Kinder in der Primarstufe und 25 in der Basisstufe. Nicht sehr viele. Die Schule ist wie eine kleine Familie für mich. Man kennt alle mit Namen und kennt einiges über den anderen. Die GrundacherSchule hat auch viele Hilfsmittel für verschiedene Themen z.B. Gewicht, Hohlmasse, Trennen, die vierFälle... es geht mir oft einfacher wenn ich ein Hilfsmittel habe. In der Volksschule war ich immer zu langsam und habe das Thema nicht immer zu 100% verstanden. In der GrundacherSchule kann ich mein eigenes Tempo gehen, dann hab ich vielleicht mal länger an einem Thema aber ich habe es dann verstanden. Man hat hier auch viel mit dem kleinen Kindern zu tun, da wir so wenig Kinder sind. Alle zwei Monate darf man in die Basisstufe, jemand geht am Montag und jemand am Dienstag. Da gehen wir für einen ganzen Morgen in die Basisstufe und helfen den Kleinen. Ich finde es eine tolle Abwechslung, du kannst vielleicht auch einiges was du gelernt hast erklären. Ich bin sehr froh, dass ich in dieser tollen Schule sein darf.«

Loan Britschgi, 6. Klasse 

 

»In der Primarstufe planen wir jeden Montag die Woche und wenn wir nichts Gemeinsames eingeplant haben, können wir selbst entscheiden was wir arbeiten wollen. Am Donnerstag haben wir Ämtchen. Zum Beispiel des Entsorgen, wischen, einkaufen und das Garderobenämtchen.

Mir gefällt am besten das Kochen, da teilen uns die Lehrer ein wenn wir kochen haben. Die GrundacherSchule hat ein Mittagstisch. Ein bisschen mehr als die Hälfte essen am Mittagstisch und die anderen gehen nach Hause.

Wir haben Fremdsprachen. Die heissen Englisch und Französisch. Englisch hat man ab der dritten Klasse und Französisch ab der fünften Klasse. Nebenbei gibt es etwas zum selber üben. Am PC gibt es ein Übungsprogramm an dem kann man Englisch und Französisch üben kann.

Am Montag Nachmittag haben wir Atelier. Im Atelier kann man etwas werken oder man kann stricken, nähen, häkeln und noch vieles mehr. Ethik habe ich auch sehr gerne. In der Ethik schauen wir, dass es uns gut geht und das wir positiv denken.«

Chiara Portmann, 4. Klasse 

 

»Die Grundacherschule (unter den Schüler/innen auch Grunzgi genannt) ist eine voll coole Schule und macht sehr viel Spass. Die Woche wird selbst von uns Schüler/innen geplant. Nur Fremdsprachen, Sport, BG und TG sind fix eingeteilt. M&U wird unterschiedlich durchgeführt. Manchmal alleine, In Zweiergruppen oder gar mit der ganzen Primarstufe. Wir machen sehr viel Musik. Das finde ich wichtig. Wir lernen auch neue Instrumente kennen. Wie zum Beispiel Boomwhackers, Chickeneggs.... Jeden Freitagmorgen treffen sich die Basistufe und die Primarstufe in einem gemeinsamen Kreis. Dort singen, tanzen und spielen wir mit den Kleineren um wieder mal richtig zusammen zu kommen. In den Pausen sind wir draussen und sollten nicht ins Haus gehen bis die Lehrpersonen auch rein gehen. Seit Sommer 2012 haben wir ein neues Fach namens Ethik. Es findet jeden 2. Donnerstag Nachmittag statt. Dort sprechen wir über unsere Gefühle, Gedanken und Taten. Seit das Fach eingeführt wurde, gibt es kaum Streit und schon gar keine Gewalt unter den Primarstüflern mehr. Die Basistufe hat dieses Fach zwar nicht aber sie sprechen trotzdem auch viel über Gefühle. Für die Kinder (Basisstufe einbezogen), die ein Problem mit einem anderem Kind haben gibt es das Ideenbüro. Das wird von ein paar Kindern der Primarstufe durchgeführt. Dort probiert das Ideenbüroteam Konflikte zwischen Kindern zu lösen. Dabei wird jeder ernst genommen und auch jeder wird respektiert. Das Kochen darf an unserer Schule auch nicht fehlen. Darum hilft montags, dienstags und donnerstags je ein Kind unserer Köchin beim kochen. Leider wurde diese Aktivität noch nicht zu einem Schulfach. Trotzdem ist es eine voll coole Schule und meiner Meinung nach die Beste!«

Marina Müller, 6. Klasse 

 


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Gästebuch der Grundacherschule - Sarnen

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