Freie Schule Kremstal

Die Freie Schule Kremstal besteht seit Herbst 2011. Sie liegt in einer Landgemeinde in Oberösterreich und ist in einem kleinen Häuschen auf einem Biobauerhof untergebracht. 4 Räume bieten Platz für die Materialien der unterschiedlichen Lernbereiche.  Ein großer Schulgarten  und der angrenzende Wald  bieten den Schülern täglich die Möglichkeit, sich frei zu bewegen. 

 

Grundlage für die Pädagogische Arbeit  sind die Erkenntnisse von Maria Montessori und Rebecca und Mauricio Wild, sowie neurobiologische Erkenntnisse. Basis für die Umsetzung ist der Herzogenburger Lehrplan,  ergänzt durch den öffentlichen Differenzlehrplan. 

 

Die Schüler wählen ihren Impulsen gemäß aus den Lernmaterialien und nehmen freiwillig an Kursen , Angeboten und Projekten teil.  Die wöchentliche Schulversammlung ist verpflichtend und stellt das demokratische Entscheidungsgremium für das Schulleben dar. SchülerInnen und PädagogInnen haben gleichberechtigt jeweils eine Stimme.

 

Die Lerngruppe ist eingeteilt in Primaria 1 (6-9 Jahre) , Primaria 2 (8-12 Jahre), Sekundaria (11-15 Jahre). Es gibt für jede Gruppe Lernzielkataloge. Für SchülerInnen der Sekundaria sind Englisch und  4 Hospitationen in verschiedenen Berufs- und Lebenswelten verpflichtend.

Die SchülerInnen dokumentieren und reflektieren begleitet von den PädagogInnen ihre Tätigkeiten und gestalten ihr persönliches Portfolio. Dazu gibt es Arbeitsgespräche zwischen SchülerInnen und PädagogInnen.

 

Die intensive Elternarbeit setzt sich zusammen aus einem ausführlichen Aufnahmeprozess, 8 wöchentlichen Elternabenden, pädagogischen Klausuren, Bildungsveranstaltungen und mindestens einem pädagogischen Entwicklungsgespräch pro Semester. Die Eltern sind zur regelmäßigen Mitarbeit verpflichtet.

 

Grundsätzlich ist Integration Teil unseres Konzepts. Es wurde und wird bereits praktiziert.

 

Unser zentrales Anliegen in der Arbeit mit den Kindern ist es, jedes Kind so anzunehmen wie es ist, und ihm Freiräume zu bieten, damit es seinen persönlichen Schatz entdecken kann. Es ist uns wichtig, intensiv in Beziehung zu sein und achtsam miteinander umzugehen. Die PädagogInnen verstehen sich dabei als VorleberInnen, was eine  tiefe persönliche Reflexion erfordert.  An der Verantwortung für die Lernprozesse sowie für die Gemeinschaft haben SchülerInnen und PädagogInnen gleichermaßen Anteil. 

 

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SchülerInnen, Eltern und Lehrpersonen über die Freie Schule Kremstal

»Als meine Karenzzeit dem Ende zuging, haben mein Partner und ich uns viele Gedanken über die weitere Betreuung unserer beiden Söhne gemacht. Bei der Auswahl des Kindergartens war uns eine kleine Kinderanzahl in familiärer Umgebung, natürliche Materialien und die tägliche Bewegung in der freien Natur sehr wichtig. Wir haben als Familie die Erfahrung machen dürfen, wie wichtig eine offene und vertrauensvolle Beziehung zwischen Pädagogen, Eltern und Kindern ist.

 

Schon während dieser Zeit haben wir uns alternative Schulmodelle in anderen Bezirken angesehen, um die individuelle Entwicklungsbegleitung unserer Kinder auch mit dem Pflichtschuleintritt weiterführen zu können. Für eine reformpädagogische Beschulung unserer Kinder wären wir bereit gewesen unseren Lebensmittelpunkt zu verlegen. Heute sind wir sehr froh über das regionale alternative Schulangebot und die geleistete Aufbauarbeit der SchulgründerInnen.

 

Von großer Bedeutung war für uns der Aufnahmeprozess der Freien Schule Kremstal, welcher es uns ermöglicht hat, unsere dennoch vorhandenen Zweifel und Unsicherheiten auszuräumen, indem wir die Balance zwischen inhaltlichen Angeboten und emotionaler Begleitung bestätigt sahen. Trotz finanzieller Belastung wurde uns die Entscheidung auf Grund der durchdachten Umsetzung des Konzepts sehr erleichtert.

 

Unser Sohn hat sich, nachdem er drei Schulen (1 Regelschule, 2 Alternativschulen) angesehen hat, ganz spontan für die Freie Schule Kremstal entschieden, vielleicht weil er sich dort am wohlsten fühlen konnte oder auch weil er unsere Zufriedenheit mit der Schule wahrnehmen konnte. Er beendet sein erstes Schuljahr in den nächsten Wochen und kann als Schulanfänger auf viele Erfahrungen zurückdenken. In den Wochen bis Weihnachten hat er sich die Zeit nehmen können seinen Platz in der Schulgemeinschaft zu finden und Freundschaften aufzubauen. Er hat gelernt seine Unzufriedenheiten und Meinungen als einer der jüngsten in der Schulversammlung einzubringen und bei den Pädagogen hat er Anregung, Zuspruch, Trost und Sicherheit finden können. In Konfliktsituationen mit Schulkollegen fühlte er sich von den Pädagogen verstanden und fair begleitet. Einer intensiven Phase mit Rollenspielen, Gesellschaftsspielen und der Mathematik, folgten Wochen der Musik und Naturwissenschaften, dazwischen wurde gebaut, geklettert und Feuer gemacht. Seine Schritte können wir völlig ohne Hausübungen Woche für Woche durch seine Interessen und Aktivitäten zu Hause wahrnehmen, oft überraschend begleiten und in den Elterngesprächen reflektieren. Zur Zeit hat sich unser Sohn die tägliche Dokumentation als Ziel gesetzt und versucht sich auch zu Hause in den verschiedenen Schriftarten, womit zumindest ich im ersten Schuljahr sicher nicht gerechnet habe. In seinem eigenen Tempo lernt er Schritt für Schritt sein Leben zu erweitern und auszufüllen.

 

Mit Freude sehe ich ihn wachsen, wie damals bei seinen ersten Schritten und Worten als Kleinkind. Ich danke allen Pädagogen für die ganzheitliche Wahrnehmung und aufmerksame Begleitung meines Sohnes und erwarte mit Neugier den Schuleintritt seines Bruders im kommenden Herbst.

 

Meine Erfahrung lässt mich hoffen, dass diese Art zu Lernen unsere Zukunft positiv verändern wird und mehr Familien und auch Firmen unsere entstandene Gemeinschaft wertschätzen und unterstützen.«

 

 

Huda Gozem, Mutter eines Kindes der Freien Schule Kremstal

 

 

»Mir als Pädagogin ist das Lernen aus innerem Antrieb sehr wichtig.

Nur die Dinge, die sie mit großer Freude und Begeisterung von sich aus lernen,

die prägen sich auch fürs Leben ein.

Die Kinder lernen durch eigenes Tun und so "begreifen" sie tatsächlich,

was sie lernen. Wir stellen nicht die Theorie in den Vordergrund, sondern die Kinder

experimentieren und probieren aus und kommen so zur Erkenntnis.

Auch die enormen sozialen Entwicklungen der Kinder, die wir beobachten können,

sind faszinierend. Die Kinder geben aufeinander acht und können trotzdem

ganz toll ihre eigenen Interessen verfolgen.«

 

Sabine Brunbauer, Lehrperson 

 


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Gästebuch der freien Schule Kremstal

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