Selbstwirksamkeit

Was wir schon längst wussten und die Hirnforschung nun auch nachweisen kann ist, dass kein Mensch einem anderen etwas beibringen kann, dass jemand einen anderen Menschen unterrichten kann.

 

Wenn wir etwas lernen, dann immer deshalb, weil wir eigenaktiv handelnd daran beteiligt sind. Und wenn wir davon auch noch nachhaltig etwas behalten sollen, dann braucht es dazu positive Emotionen, damit sich in unserem Hirn Vernetzungen bilden können, die ermöglichen, dass das Gespeicherte auch wieder nutzbar abgerufen werden kann.

 

Kinder (Erwachsene natürlich auch) in Schulen und Kindergärten müssen also Freude, ja Begeisterung für das Empfinden können, was sie lernen. Dies kann nicht erreicht werden, wenn sie als passive Lernkonsumenten auf die Verabreichung einer Bildungsration warten, sondern wenn sie eigenaktiv sich um ihre Bildung kümmern und sich und das, was sie erarbeiten, als sinnhaft und wertvoll erleben können.

 

Mit Eigenaktivität ist nicht gemeint, dass Kinder eine grosse Aktivität ausüben, um von der Lehrperson aufgetragene Arbeiten zu erledigen, sondern selber aktiv sind, Ideen zu kreieren, eigene Lösungen und Wege zu erarbeiten und selber Zielsetzungen formulieren und diese eigenverantwortlich verfolgen. Fächer, wie »Herausforderungen« und »Verantwortung«, wie dies beispielsweise die Evangelische Schule Berlin Zentrum eingeführt hat, sind wunderbare Umsetzungsbeispiele hierfür.

 

Mit Selbstwirksamkeit ist unabdingbar Eigenverantwortung für eigene Lernprozesse verknüpft. Mit Eigenverantwortung ist Verantwortung für das »Eigene« gemeint. An Schulen muss deshalb ständig nach dem »Eigenen«, nach dem individuell oder kollektiv Sinnhaften gesucht werden. Ansonsten wird Eigenverantwortung damit verwechselt, dass Kinder und Jugendliche »eigenverantwortlich« Dinge erledigen, welche von anderen ausgedacht wurden, was zu Gehorsam, nicht aber zu Eigenverantwortung führt.

 

 

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