Lernen mit Freude

Kinder kommen bereits mit der Prägung auf die Welt, dass sie Herausforderungen vorfinden möchten, mit denen sie über sich hinauswachsen können. Dementsprechend suchen sie von selbst Aufgaben, mit deren Bewältigung sie sich weiter entwickeln können. Da sie über unterschiedliche Voraussetzungen verfügen (Körperbau, familiäres Umfeld, individuelle Reifeentwicklung), sind auch die Aufgaben, an denen sie wachsen können unterschiedlich. Lernen mit Freude ist deshalb auch eine individuelle Angelegenheit. Keine noch so gut vorbereitete Unterrichtslektion kann gewährleisten, dass Kinder sich daran erfreuen. Was es braucht, ist die Erkenntnis der Lehrpersonen, dass es Zeit und Räume im Unterrichtsalltag braucht, in denen Schülerinnen und Schüler sich mit dem zeigen können, was ihnen Freude bereitet und welches die Aufgaben sind, an denen sie wachsen können.

 

Nicht dass es einfach schön und erstrebenswert wäre, dass Kinder mit positiven Emotionen lernen können, es ist schlicht eine Notwendigkeit. Denn das Hirn nimmt nur das auf, wofür es sich begeistern kann und was für die Lernenden sinnhaft ist. Gelerntes kann nicht dazu dienen, es zielgenau an Prüfungen wieder ausspucken zu können, sondern nutzbar zu sein, wenn es in sinnhaftem Handeln verwendbar wird. Da sich Lerninhalte immer verknüpft mit den Emotionen während des Lernprozesses im Hirn speichern, ist das Wissen auch nur in Verbindung mit diesen Emotionen wieder abrufbar. Logisch, dass Gelerntes, welches mit Angst, Druck und Stress gelernt wurde, nicht mehr abgeruft werden möchte. Denn wer möchte diese Gefühle ein zweites Mal erleben? Es zeugt von einer unglaublichen Ignoranz dessen, wenn 90% des Gelernten an unseren Schulen wieder vergessen geht.

 

Lernen und Lehren mit Freude basiert auf der Grundhaltung einer gleichwürdigen Beziehung und auf den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung, wie Lernprozesse effektiv und nachhaltig stattfinden können. Daher soll Bildung in dialogischen Prozessen zwischen Lernenden und Lehrenden stattfinden. Anstelle des Lernstoffverabreichers tritt die Rolle als Lerncoach. Der Schüler, welcher passiv vorgefertigte Lerneinheiten konsumiert, wird zum aktiven Mitgestalter seiner Lernprozesse. 

 

 

-> zurück