Lebensbedürfnisse

Die Achtung grundlegender Lebensbedürfnisse ist Voraussetzungen, damit sich menschliches Potential entfalten kann. In der Biographie der Kinder gibt es im Laufe ihres Aufwachsens immer wieder Stationen, bei denen es wichtig ist, dass grundlegende Lebensbedürfnisse erfüllt werden, damit Wachstum möglich wird. Es geht also nicht darum, was Kinder möchten, sondern was sie brauchen. Was sie möchten ist nicht immer das, was sie brauchen. Das, was sie brauchen, müssen wir ihnen jedoch zwingend geben, damit Wachstum und Lernprozesse gelingen. Das eine vom anderen zu unterscheiden, ist wohl eine der grössten pädagogischen Herausforderungen in den Familien und Schulen.

 

Primäre Lebensbedürfnisse sind, sich in einer Gemeinschaft aufgehoben zu fühlen, über sich hinauswachsen und sein Wesen zum Ausdruck bringen zu dürfen und sich als Teil der Natur erleben können.

 

Werden primäre Lebensbedürfnisse nicht befriedigt, entstehen sekundäre Ersatzbedürfnisse. Diese zeigen sich auch dadurch, dass das, was Kinder wollen, nicht das ist, was sie brauchen.

 

Die Trendthemen Inklusion/Integration und ADHS fallen ebenfalls in diesen Entwicklungsbereich und werden nicht aus der Symptom- und Defizitoptik, sondern aus der Sicht der Befriedigung von primären Lebensbedürfnissen angesehen.

 

Die Achtung der Lebensbedürfnisse... »meint deshalb alle Kinder - ohne Ansehen der Art oder des  Schweregrades ihrer Beeinträchtigungen, ihrer tiefgreifenden Entwicklungsstörungen oder unzureichenden Möglichkeiten, ihre Affekte und Emotionen zu steuern und sozial kompetent zu handeln.« 

 

 (Feuser, G.: Eine zukunftsfähige „Inklusive Bildung” -

keine Sache der Beliebigkeit! - 06/2012)

 

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