Potenzialentfaltung

»Potenzialentfaltung erweckt das Wesen des Menschen zum Leben und lässt ihn zum Ausdruck bringen, wer er ist.« 

 

Was Kinder von ihrer Schule brauchen

Vier Erfahrungsbereiche für Schülerinnen und Schüler sind hilfreich, damit Potenzialentfaltung an Bildungseinrichtungen möglich wird:

• Eine hohe Beziehungskompetenz der Lehrpersonen, sodass die Würde und Integrität aller beteiligten Menschen  geachtet und geschützt wird.


• Eine Kultur, welche stärkenorientiert ist, wo Lernen mit Freude und Begeisterung stattfinden kann, und die Erkenntnisse der Hirnforschung berücksichtigt werden, so dass Kinder und Jugendliche an Aufgaben wachsen können, welche die Neugierde und die Lust am Lernen erhalten. Die Bildungseinrichtungen berücksichtigen die natürliche individuelle Spanne der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, so dass die Heterogenität bei der Gestaltung der Lernstrukturen berücksichtigt wird.
 
• Die Befriedigung primärer Lebensbedürfnisse und Gelegenheiten, sich als Teil der Natur und einer Gemeinschaft wahr zu nehmen. Wenn Kinder und Jugendliche sich aufgehoben fühlen und sich für eine Gemeinschaft als wertvoll erleben, entstehen weniger kompensatorische Sekundärbedürfnisse.
 
• Das Raumbieten für eigene Interessen und Begabungen von Kindern und Jugendlichen und das Fördern von Eigenaktivität und Selbstwirksamkeit, sodass sie statt zu Befehlsempfängern, zu Gestaltern ihres Lernens und Lebens werden.

 

Mit konkreten Projekten an Schulen sollen diesen Haltungen und Werte sichtbar werden, so dass Kinder, Jugendliche und Lernbegleiter an ihren Bildungseinrichtungen Potenzialentfaltung erleben können und gelingende Bildung Realität wird.

 

Rahmenbedingungen verbessern

Schulen können ihr Kerngeschäft - Potenzialentfaltung ermöglichen - leichter umsetzen, wenn die Rahmenbedingungen dazu stimmen. 

 

• Kein noch so gutes Bildungskonzept ist wirksam, solange nicht alle beteiligten Menschen und Aspekte miteinbezogen sind, die auf das Gelingen Einfluss haben. Besonders wichtig ist es deshalb Systeme und Netzwerke, in die eine Bildungseinrichtung eingebettet sind, mit einzubeziehen.

 

• Genau so wie auf der Ebene von Lernenden und Lehrenden der Beziehungskultur entscheidende Bedeutung zukommt, ist in einer Bildungseinrichtung die Führungskultur zentral. Supportive Leadership ist die potenzialentfaltende Führungskultur, respektive die würdevolle Form der Beziehung zwischen Vorgesetzten und ihren Mitarbeitern.

 

• Jede Betriebsorganisation muss sinnvoll und für ihren Zweck dienlich strukturiert sein. Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten helfen, dass organisatorische und administrative Abläufe reibungslos und effizient stattfinden und so Raum für pädagogische Arbeit und Beziehungszeit grösser werden. 

 

• Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Übereinstimmung darüber, wie eine gute Schule aussieht, gross. Heute haben die meisten Schulen ein eigenes Profil und die Ausrichtungen und Philosophien können sehr unterschiedlich sein. So ist es zu einer neuen Aufgabe jeder Bildungseinrichtung geworden, sich nach aussen zu erklären und sich ein gutes Image aufzubauen und für die Finanzen zu sorgen, um eine Pädagogik einer gelingenden Bildung betreiben zu können.