Potentialgeschichten

Potentialentfaltung in der Stadtbibliothek

von Yamaly Heidrun

 

ich habe kürzlich einen strengen südländischen vater mit seinem sohn im sprechbereich der stadtbibliothek sitzen sehen und seinem sohn bei der hausaufgabe helfen, ein aufsatz. dabei sollte er in der vergangenheit geschrieben werden. der junge hatte schon die einleitung, ich saß am selben tisch (große runde tische) hörte es daher. es war eine total süße geschichte. aber in gegenwart statt vergangenheit. der vater war sehr ernst beim korrigieren und der junge fiel förmlich in sich zusammen. er tat sich schwer, nun die geschichte weiter zu erfinden und die vergangenheit einzuhalten. der vater spricht prima deutsch, aber deutsch ist nicht muttersprache in der familie. ich fand die geschichte nun soooo süß und zugleich merkte ich, dass der vater sich aber nicht bewußt war und wirklich helfen wollte und nicht das kind einschüchtern. irgendwann fiel mir ein, dass ich sagte: sorry, ich hab grad mitgehört - ich sitz ja am gleichen tisch - ich wollt nur sagen ich find deine geschichte total toll. dass du so gut erzählen kannst, macht deinen vater bestimmt stolz. der junge lächelte unsicher, der vater blickte überrascht auf. aber positiv. ich sagte zu ihm: er hat großes erzähltalent (der sohn). der vater. ja. das kind wuchs förmlich, als der vater dies bestätigte. wir wechselten noch ein paar sätze und da ich viel nachhilfe (auch in ermutigender form) gegeben hatte und die atmosphäre gut war, konnte ich ihm noch raten, wie sie die aufgabe hinkriegen mit freude und richtiger zeitform. der junge durfte erstmal in gegenwart erzählen, der papa merkte sich den satz, wiederholte ihn, junge übertrug ihn in die vergangenheit. vater und sohn im team. sie waren total glücklich. mit dem vater sprach ich noch ein paar worte darüber dass zu unserer zeit leider eher nur formalien zählten, aber heute dürfen die kinder zum glück freudiger lernen, wenn man nur rauskriegt, wie es geht. er war sehr berührt, bestätigte das und sah sehr liebevoll seinen sohn an. naja, er wird sein wesen nicht sofort ändern und man ist ja geprägt . aber dennoch, eine tür im bewußtsein ging auf und eine gute erfahrung hat sich eingenistet. das war mein kleiner beitrag als nicht-lehrerin zur verbesserung der lernkultur die letzten tage.


Sonderschulfreie Zone

"Wenn mein Sohn diese Schulklasse nicht besuchen kann", forderte Heinz Forchert ultimativ, "dann trete ich in Hungerstreik."

 

Ernst Forchert, heute 29 Jahre alt, wurde 1985 das erste Integrationskind im Bezirk Reutte und besuchte fortan die Volksschule in Weißenbach. Sein Vater glaubt heute, „dass Lehrer und Behörden letztlich nachgegeben haben, weil es sonst ihrem Ruf geschadet hätte. Ich habe ja keine Ruhe gegeben.“

 

Norbert Syrow, ehemaliger Direktor der Sonderschule in Reute, arbeitete darauf hin unbeirrt daran, seine eigene Schule mit damals 60 Schülern abzuschaffen. Seit 1985 nahm er keine neuen Schüler mehr auf. „Wir haben jedes Kind, das zu uns kam, auf der Regelschule untergebracht. Und dass Kinder von dort zu uns abgeschoben wurden, sobald sie Schwierigkeiten bereiteten, kam erst recht nicht mehr in Frage.“ Am Ende des Schuljahres 1996/97 gingen die letzten fünf Kinder ab. Die Sonderschule Reutte war stillgelegt. 

 

Die ganze Geschichte gelebter und kompromissloser und erfolfgreicher Integration ist in folgendem pdf-Dokument nachzulesen.


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Spielrausch in den Musikhütten - wenn Kinder Musiklehrer werden

Es ergab sich, dass die Kinder in 2erGruppen zusammen anfingen zu spielen. Und zwar bauten sie Hütten: unter dem Flügel, unter Tischen, unter einer Treppe. Danach holten sie sich Instrumente und nahmen sie in ihre Hütten. Nach einer Weile wurde ich eingeladen, sie in ihren Hütten zu besuchen. Das seien drum ihre Musikschulen, wo ich verschiedene Instrumente lernen könne. In der einen "Schule" nahm ich Trommelunterricht, in einer anderen wurde mir das Ukulelenspiel gezeigt, u.s.w. Auch die Kinder besuchten sich gegenseitig.

Eine "Schule" baute sogar eine kleine "Bühne" auf und lud mich zum Konzert ein. Es war das Musikschulfieber ausgebrochen.

Das alles auf ihre sehr kindliche frei erfundene, gesungene, spielerische Weise. Um mich herum war ein emsiges Tönen und Wirken.

Dieser Musikschulrausch spielte sich etwa drei Mal ab. Mit jedem Mal liess ich den geführten Teil kürzer werden, um den Kindern für ihre Spiele mehr Zeit zu geben. Danach waren Ferien. Seither sind die Musikhütten nicht mehr aufgetaucht. Ich lasse mich überraschen.

 

Anita Pfister, Winterthur


Schulhausrenovation

Schule auf der Herrenmatt

 

Im Schuljahr 2013/14 wird unser Schulhaus renoviert. Das bedeutet, dass wir für ein Jahr eine neue Bleibe suchen müssen. An der Veranstaltung „Schulen der Zukunft“, die ich kürzlich besuchte, hat mich inspiriert und mir wurde klar, wo ich mit meinen Schulkindern (1./2. Klasse) das Schuljahr 2013/14 verbringen werde.

Ich besitze ca. 2 km ausserhalb von Hochwald ein Haus. Dort auf der Herrenmatt, eingebettet zwischen einem Bauernhof, einem Reiterhof, einem Bergrestaurant und dem ersten Passivhaus mit Schwimmteich der Nordwestschweiz, werden die Kinder motiviert und mit viel Freude und Begeisterung für das Leben lernen können....

 

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Das Wunder bleibt aus

Tagebuch eines erfolgreichen Hauptschulprojektes

 

Es begann im Februar 2010 an einer Hauptschule in Dinslaken im westlichen Ruhrgebiet.

Der verpflichtende Nachmittagsunterricht an unserer Ganztagsschule bereitete mir Kopfzerbrechen. In allen Lerngruppen und Ags gab es einzelne Schüler, die sich so ablehnend und destruktiv verhielten, dass kein normales Angebot durchgeführt werden konnte...

Das Buch „Das Wunder bleibt aus“ ist ab Februar 2013 im care-line Verlag erhältlich.

 

->Link zur Facebookseite

->Infobox und DVD

 

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Solarpausenradio

Jugendliche aus der 1. Gemeinschaftsschule Mitte aus der Moses-Mendelssohn-Schule Berlin haben auf dem Schulhof in einem Bauwagen ein solarbetriebenes Pausenradio aufgebaut.

 

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