News aus den Gruppen


Regionalgruppe Solothurn

Bericht vom letzten Treffen am 26.11. im Thai Restaurant in Solothurn

Liebe Menschen rund um SdZ...

einen gemütlichen, genussvollen Abend hatten wir im Thai-Restaurant!

Danke für das anregende Gespräch ...

Die Frage "wie weiter" hat uns beschäftigt und nehmen wir mit ins neue Jahr:

Was genau ist unser Anliegen, was ist uns wichtig?

Wir brauchen dazu konkretere Aussagen, die wir in einem Flyer zu unserer RG zusammenfassen und ihn dann auch am 15. März zur Veranstaltung mit Gerald Hüther im Landhaus Solothurn auslegen. 

Wir wollen auf jeden Fall weitermachen. Was aber genau ist unsere Ausrichtung? Geht es darum, noch mehr öffentlich zu werden und bekannt zu sein? Und wenn ja, was heisst das für die Gruppe? Und wie erreichen wir eine breitere Öffentlichkeit?

Uns gegenseitig zu unterstützen und zu inspirieren, was potenzialentfaltende Bildung ausmacht, bleibt uns auf jeden Fall ein wichtiges Anliegen. Gegenseitige Besuche in unserem Arbeits-und Lebensumfeld sind sehr erwünscht. Jean-Piere und Kristina verstehen sich "nur" als "Rahmenhalter" - für die Inhalte der Treffen ist ganz im Sinne der Potenzialentfaltung die ganze Gruppe zuständig. Die Qualität der Gruppe lebt vom Engagement und Einbringen jedes Einzelnen, egal ob er oder sie immer da ist oder nicht. Ein regelmässiges Dabeisein ist sehr wünschenswert.

Wir wollen für eine breite Öffentlichkeit da sein, nicht nur für Lehrer. Wir wollen vernetzen und uns hinstellen für das, was gute Bildung wirklich ausmacht. Wir wollen fragen und anregen, nachzudenken. Wir wollen eine neue Schule denken und umsetzen. Unsere Kinder, es geht um unsere Kinder und das, was sie in ihrer Einzigartigkeit in diese Welt mitbringen und entfalten wollen. Ihr Potenzial zu sehen und zu fördern.

Im Gespräch wird klar, dass unser Anliegen das Glück der Kinder ist, ein Bewusstsein zu schaffen, was Kinder brauchen um ihre Lernfreude zu erhalten. Bewusstseinsarbeit ist uns wichtig.

Darüber werden wir im Januar noch weiter reden.

Für das erste Halbjahr 2019 sind folgende Termine geplant:

14. Januar, 25. März, 6. Mai und der 3.Juni jeweils von 19 bis 21 Uhr. Der Ort wird jeweils noch bekannt gegeben und je nach Interesse von der Gruppe bestimmt. Bei Interesse ist jeder eingeladen dabei zu sein - schreib einfach ein Mail an uns, wenn du nicht schon im Verteiler bist: kristina.schoch@schulen-der-zukunft.org

Mit einer langjährigen Kollegin, die u.a. eine Weiterbildung im Fach "Glück" besucht hat und eine sehr erfahrene Pädagogin an einer öffentlichen Schule ist, mit viel Herzblut, Engagement und Zivilcourage (u.a. sagt sie, dass sie den Kindern nur noch das beibringt, was sie wirklich im Leben brauchen...), machen wir noch einen eigenen Termin (leider kann sie montags nie...).

Habt eine gute Zeit, bis zu unserem Wiedersehen im Neuen Jahr!

Herzlich grüssen euch

Kristina und Jean-Pierre


potenzialentfaltung im kindergarten

Etwas vom Wichtigsten an unseren Treffen ist der persönliche Austausch über die Haltung gegenüber dem Kind und dessen Lernen, Umsetzungsideen und -Erfahrungen und Visionen, in den diversen Bereichen wie Unterrichtsmaterial, Elternarbeit, Unterrichtsorganisation, Schulhausarbeit.

 

Kleine Veränderungen, die wir Schritt für Schritt besonders in der öffentlichen Schule verwirklichen und im eigenen Kindergarten zur Norm werden, bestärken und ermutigen uns, den eigenen Weg der Potenzialentfaltung im Kindergarten weiterhin zu gehen.

 

Durch unsere regelmässigen Austauschtreffen hat sich gezeigt, dass der Weg, wie die Grundhaltung der Potenzialentfaltung in der eigenen Arbeit umgesetzt wird, sehr vielseitig sein kann. 

 


alternative beurteilungssysteme

Fünf Lehrpersonen haben sich getroffen, sich über ihre Beurteilungsmethoden ausgetauscht und darüber nachgedacht, wie der Druck auf die Schüler vermindert werden könnte.

Schule soll Freude machen und spannend sein, für alle!

Lehrer H hat alle Protokolle geschrieben. Er hat Einblick in viele Schulen und steht vor dem Ende seiner Lehrer-Karriere. Er bilanziert diese wie folgt: 

Ressourcen vermehren sich, wenn Freude auf allen Ebenen im und am Tun Platz hat.

Das Gegenbild: Festgefahrene Muster fressen Ressourcen.

Haltungen sind Oel und Harz zugleich; „Schul-Arbeiter“ sind allzu oft bei den Harzigen zu finden, da möchte H jeweils am liebsten den ganzen Lehrkörper durchschütteln!

Die Räume für Freude sind gross, kollidieren aber oft mit dem Druck, den die Eltern und der Lehrplan erzeugen.

Hier die Balance zu finden gehört zum spannendsten Teil des Lehrerberufes.

Noten-Beurteilungen und Bewertungen wirken traditionell als kräftige Motivatoren, aber sie erzeugen auch viele unnötige Ängste, welche H mithilfe sorgfältig angepasster Tests zu minimieren versucht. Verbesserungs-Potential sieht er in den neuen Technologien mit entsprechenden Apps.

Partizipation:  H fördert die Motivation vor allem durch Einbezug der Schüler in die Unterrichtsgestaltung.

So wird der Unterricht spannend. Die entstehende Kreativität motiviert, wirkt ansteckend und führt zu immer neuen Ideen.

Entspannung: Erfahrunghilft, in Krisen-Situationen gelassener zu bleiben und potentielle

Energiefresser früh zu erkennen. H ruft allen jüngeren Lehrpersonen zu: Bleibt im Lehrerberuf!

Alle Beteiligten teilen die Ansichten und Forderungen von Lehrer H. 

Das Problem: Die allermeisten Lehrpersonen bemühen sich bereits seit Jahrzehnten Tag für Tag unglaublich engagiert darum, die Ziele zu erreichen, die H schildert. Wie zahlreiche Evaluationen immer wieder aufs Neue ergeben, reicht das nicht aus, um die gravierenden Defizite im Schulwesen aufzuheben. Wie Zahlen des Bundesamts für Statistik belegen, erreichen bis zu 20 Prozent der Schüler die Mindestlehrziele in Deutsch und Mathematik nicht…                                                                                                                                                     Der gute Charakter einer Lehrperson, ihr Engagement und eine gute Atmosphäre im Schulzimmer können offensichtlich zu wenig effiziente Verbesserungen erwirken. Deshalb versuchen wir die Ursachen der Probleme bei den systemischen Bedingungen des schulischen Lernens zu finden.

Unsere Vorschläge:

1.     Verzicht auf Noten

Lehrerin T wurde zu Beginn ihrer Tätigkeit als Junglehrerin eine sechste Klasse zugeteilt. Sie wurde von einer Mathe-Dozentin der Uni Zürich inspiriert, die schulischen Leistungen ihrer Sechstklässler am linken Zürichseeufer anders als mit Noten zu bewerten. Gleich von Anfang an hat sie die Arbeiten und Tests statt mit Noten mit Worten bewertet: ungenügend, genügend, gut und sehr gut. Zusätzlich illustrierte sie diese Bewertungen mit dem Bild eines Apfelbaumes, mit unterschiedlich reifen Äpfeln: rot=sehr gut, bis grün=ungenügend. Bei Standortbestimmungen symbolisieren die Äpfel unterschiedliche Fächer. So wird auf einen Blick klar, wo noch «Reifungspotenzial» vorhanden ist. Die Kinder, die Lehrerin und die Eltern füllen je ein Blatt mit Äpfeln aus. Diese werden dann im Gespräch miteinander verglichen. 

Parallel führt T die klassische Notengebung für sich mit. So sind die Beurteilungen für Zeugnisse und Übertrittsgespräche jederzeit verfügbar.

T legt den Fokus auf das Potential der Kinder und zeigt Entwicklungsmöglichkeiten. Damit erreicht sie eine positive Grundhaltung der Eltern. Diese ziehen erfreulicherweise mit.

2.     Vergleiche zwischen den Lernenden vermeiden

Schulleiterin C beschäftigt sich intensiv mit der Suche nach Möglichkeiten, wie Lehrpersonen in den beiden selektionsrelevanten Fächern Deutsch und Mathematik objektive Rückmeldungen über schulische Leistungen geben und gleichzeitig die unselige Vergleicherei in den Schulklassen eindämmen können.

In den meisten Schulzimmern herrscht zu viel pädagogisch abträglicher Wettbewerb. Dieser setzt besonders Schwächere zu sehr unter Druck. Zudem werden die Leistungen der schulisch starken Schülerinnen und Schüler gebremst. Es gibt zu viel Über- und Unterforderung an den öffentlichen Schulen. C propagiert einen Unterricht, welcher sich an der Montessori-Pädagogik orientiert: Die Schüler lernenim eigenen Tempo mit Lehrmitteln, die möglichstviel Selbstkontrollenzulassen. Sie bestimmen selbst, wann sie zu welchem Lernziel einen Test schreiben wollen. Das Wichtigste für den Schüler ist, zu wissen, ob er den Test bestanden hat oder nicht. Weil alle Schüler an verschiedenen Lernzielenarbeiten, spielt es keine so grosse Rolle, ob die Rückmeldungen mit oder ohne Noten erfolgen. 

Nachdem die Lernenden einen Themenblock erarbeitet haben, wählen sie den nächsten. Mit dieser Vorgehensweise werden die Lehrpersonen entlastet. Es gibt sehr viele Schüler, die selbständig arbeiten könnten. Wenn ihnen die Möglichkeit dazu in den ersten Schuljahren nicht gewährt wird, können sie dies jedoch verlernen!

3.     Prozentpunkte statt Noten

Lehrer R hat seit dem letzten Treffen schon einiges an alternativen Beurteilungen in seiner Klasse umgesetzt: So bewertet er Tests und andere Leistungen mit Prozentpunkten statt mit Noten. Die Schüler arbeiten in vielen Bereichen im eigenen Tempo. R gibt den Lernenden Erklärungen und Themen-Einführungen, je nach Bedarf auch mehrmals.

In den Elterngesprächen legt er den Fokus auf die Stärken und Entfaltungsmöglichkeiten der Kinder. 

R macht sich auch Gedanken zum Thema: Was machen die schnelleren Kinder Spannendes und Sinnvolles bis zu den Ferien oder bis das nächsten Thema eingeführt wird, ohne dass die anderen Kinder sich davon ablenken lassen?

 

Wir haben auch über dies nachgedacht:

Wie kann man schnelle und schulisch schwache Schüler gleichzeitig fördern?

Schulleiter M beschäftigt das Thema „Schüleraktivität“: Wie schaffen wir es, im Unterricht die Motivation bei den Kindern hoch zu halten und für die Lehrpersonen gleichzeitig mehr Freiraum für spezielle Förderung zu generieren? Als Bild für den klassischen Unterricht nennt er eine Sanduhr, wo der Schulstoff, von der Lehrperson aufbereitet, quasi als „Sand“ an den Schülerinnen und Schülern «vorbeirieselt», ohne dass diese sich tiefer mit ihm beschäftigen.

An seiner Schule möchte er als Schulleiter «Unterricht in Zeiträumen» verwirklichen: Die Schüler erarbeiten ein Thema und zeigen ihre neue Kompetenz wahlweise in Form von Tests oder anhand von kreativen Arbeiten zum Thema, etwa in Form eines Vortrags.

 

Standortbestimmungen:

M plädiert dafür, bei den Standortbestimmungen und  bei der Elternarbeit viel in den Aufbau von Vertrauen zu investieren, Transparenz zu schaffen und keine Energie in Machtkämpfen zu verlieren, nach dem Motto: Mit den Eltern arbeiten statt gegen sie. So gibt es weniger Anlass auf Elternseite, Druck auf die Schule und die Lehrpersonen auszuüben.

M möchte auch die Transparenz nach aussenfördern. Alle an seiner Schule Interessierten sollen sehen können, wie alternativer Unterricht aussehen kann.